Teichwiesen-Friends On Tour

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On Tour # 9 – Vejle / DEN – Dr. Nielsen Vinterhygge-Marathon am 24.01.2010 – Bericht Ch. Hottas

Maraton i polartemperaturer, eller???(Marathon bei Polartemperaturen, oder???), hatte der Veranstalter am 13.01.2010 seine Presseinformation überschrieben. Fast schien es, als hätten Niels Præstiin (Vejle IF) und Roland Christiansen (DGI-huset) es geahnt, dass die Temperaturen beim 1. Dr. Nielsen Vinterhygge-Marathon am 24.01.2010 mit Start und Ziel in Vejle mit -9 °C tatsächlich zumindest subpolar waren.

Doch dies erwies sich insgesamt nicht als Problem und sollte den Erfolg der Veranstaltung und den Spaß der Läufer – „Vinterhygge-Marathon“ heißt schließlich auf Deutsch „Winterspaß-Marathon“ – nicht trüben. Und bei ursprünglich ausgeschriebenen 100 Startplätzen und über 190 Anmeldungen starteten immerhin rund 170 Läufer/innen, von denen fast alle auch das Ziel erreichten.

Unsere Teichwiesen Friends Gruppe war bereits am Vortag des Laufes dezimiert worden, als Johannes Haßlinger uns eröffnet hatte, dass er in der Samstagnacht Klinikdienst habe und somit nicht mitkommen könne. Wirklich zu schade, verpasste er damit nicht nur einen wirklich tollen Marathon, sondern auch einen sicheren Gesamtsieg. – Und auch Christine Schroeder, die immerhin zugab, gerne in Vejle laufen zu wollen, hatte aus persönlichen Gründen (Familienbesuch, den sie nicht aufschieben wollte/könne) „gekniffen“. PP (persönliches Pech) halt!

So blieben halt nur noch Peter Wieneke und der Berichterstatter, die sich frühmorgens auf den Weg machten.

Nach Peters Weckruf via Mobile um 5.40 Uhr war ich denn um kurz nach 6 – diesmal mit dem obligaten Cappuccino im Thermobecher in der Getränkehalterung im Auto – aus der Tiefgarage aufgetaucht. Im Nu hatte Peter sein Gepäck zugeladen, und wir waren auf dem Weg.

Die Autobahn war schön frei, und wir kamen gut voran, wobei in Anbetracht des eingeplanten Zeitpolsters Reisetempo 110 km/h gut ausreichte. Doch hinter der Grenze wurde es dann plötzlich erheblich winterlicher: Immer wieder lag Schnee auf der Fahrbahn, auf auch auf beiden. Immerhin waren die Winterdienste – schiebend wie streuend – fleißig im Einsatz, einmal jedoch auch ein Abschleppwagen, der einen gegen die Mittelleitplanke geprallten PKW abtransportierte.

Phasenweise reduzierten wir aus Sicherheitsgründen unsere Geschwindigkeit auf 80-90 km/h, so dass wir halt am Ende um 9.15 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 9.00 Uhr in Vejle ankamen, wo wir das DGI-huset dank der Veranstalterinformationen im Web auch auf Anhieb fanden.

Vejle ist übrigens die Hauptstadt der dänischen Region Syddanmark (an deren Nordrand es liegt) und hat bei 144 qkm Fläche 50.654 Einwohner (Stand: 1.1.2009).

Wir fanden rasch einen guten Parkplatz und eilten durch den eiskalten Wind zügig ins DGI-huset, wo uns schon zahlreiche dänische Lauffreunde – u. a. Klaus Egedesø, Michael Nielsen, Vagn Kirkelund Toni E. Kjær u. a. – erwarteten, vor allem aber auch ein Buffet mit herrlich heißem Kaffee sowie leckerem Brot, dazu Nutella, Erdbeermarmeladen (mit großen Fruchtstücken) sowie Wurstaufschnitt zur Stärkung einlud. Dem konnten und wollten wir nicht widerstehen!

Zwischendurch holten wir noch kurz unsere Sporttaschen aus dem Auto und zogen uns in der warmen Halle fertig um (die meisten Laufsachen hatten wir eh bereits an).

Inzwischen hatten wir auch die Gruppe mit Doris & Mario Sagasser, Sven Peemøller sowie Klaus Bangert gefunden und begrüßt, ehe wir kurz darauf – ich mit einem weiteren Becher dampfenden Kaffee in der Hand – zum Start vor die Halle gebeten wurden.

In der ersten Startreihe stand dabei Jubilar Kim Smitt (Horsens/DEN), der mit Startnummer „100“ sowie seinen DUUL-Freunden Søren Skytte und Kent Møller hier seinen 100. Marathon in Angriff nahm (und natürlich auch erfolgreich beendete).

Nach dem Start galt es erst einmal eine Schleife über den angrenzenden Parkplatz und rund um das anschließende Central Hotel zu laufen, ehe wir nach rund 1 km endlich auf die Wendepunktstrecke gelassen wurden. Abgesehen von einem rund 800 Meter langen schneebedeckten und glatten Abschnitt rund um km 2 war der Untergrund zunächst sehr angenehm: nämlich schneefreier Asphalt.

Dies sollte sich zunächst auch nicht ändern, als wir die Bebauung von Vejle verließen und auf einen deutlich schmaleren Radweg abbogen.

Dieser Radweg irritierte mich nach einiger Zeit: Verglichen mit dem umgebenden Gelände verlief er ausgesprochen schnurgerade und wies vor allem auch nur sehr geringe und sachte Höhenunterschiede auf. Teilweise erhob er sich aus dem zu beiden Seiten tieferliegenden Gelände, teilweise nutzte er Geländeeinschnitte, die eindeutig keine natürlichen Landschaftsformationen waren.

Klar: Dies musste ein alter Bahndamm sein!

Peter, mit dem ich die gesamte Strecke vom Start bis zum Ziel zusammen absolvierte, fand diese Idee zunächst überraschend und mochte sie kaum glauben, ließ sich aber im Verlauf der Strecke immer mehr überzeugen.

Zu Hause recherchierte ich dann im dänischen Wikipedia, dass es sich um die Strecke der ehemaligen Vejle-Vandel Jernbane (Vejle-Vandel Eisenbahn, VVJ) handelte, die ab dem 10.09.1897 Vejle mit dem 28,3 km entfernten Vandel verband und am 21.05.1914 auf insgesamt 47,2 km bis nach Grindstedt verlängert wurde und ab da als Vejle-Vandel Grindstedt Jernbane (VVGJ) firmierte. Sie wurde schließlich am 31.03.1957 eingestellt. (Siehe: http://da.wikipedia.org/wiki/Vejle-Vandel-Grindsted_Jernbane)

Peter und fanden uns rasch ziemlich am Ende des Feldes ein. Bereits während der kurzen Auftaktschleife war ich beim Fotografieren mehrfach kurz auf den letzten Platz zurückgefallen, und auch auf den ersten Kilometern hatten wir bald nur einen Läufer, nämlich nur Mogens Dam hinter uns, den mit 76 Jahren ältesten Teilnehmer.

Dagegen schlossen Toni E. Kjær und ein irgendwo im Bereich von km 10 wohnender 71jähriger Läufer immer wieder zu uns auf, und der 71jährige Laufkollege versägte und dann sogar bei km 8 und zog auf und davon.

Bei km 5,6 erreichten wir den ersten Verpflegungsposten, an dem bereits richtig Stimmung herrschte: Die Helfer waren ausgesprochen gut drauf, wobei wir uns auf dem Rückweg fragten, ob dies am allgemeinen dänischen Temperament – Stichwort: „Danish dynamite“! – lag oder vielleicht an Dr. Nielsen

Dieser Dr. Nielsen ist nämlich ein in Dänemark anscheinend recht populärer Kräuterbitter, der bei diesem Marathon eine besondere Rolle spielte und nicht unerheblich zum „Winter-Spaß Marathon“ beitrug.

Eigentlich, so erklärte uns RD Niels Præstiin nach dem Lauf, hatte man sich den Gag ausgedacht, im Verpflegungspunkt in der Wendeschleife (bei km 22) ein „Ärzteteam“ aufzubieten, das im Falle von Läuferproblemen eine „Konsultation“ bei Dr. Nielsen anbieten sollte, frei nach dem Motto: „Sag’s dem lieben Doktor!“, um gleich anschließend die richtige „Medizin“ bereitzuhalten…

Allerdings hatte Niels Præstiin seine Rechnung ohne die anderen VP-Teams gemacht: Die deckten sich nämlich ihrerseits auch mit Dr. Nielsen und den passenden kleinen Plastik-Schnapsgläsern ein und boten den Läufern überall die „Medizin“ an.

Kein Wunder also, dass so viele der uns entgegen kommenden Läufer so erkennbar gute Laune zeigten und so fröhlich und entspannt wirkten!

Andererseits hatten wir auch entschieden den Eindruck, dass auch die Helfer selbst sich nicht ausschließlich an ihren kleinen Lagerfeuern aufwärmten und die roten Wangen nicht ausschließlich kältebedingt waren…

Peter und ich genossen die herrliche Winterlandschaft des Vejle Aa Tales, die (trotz des bedeckten Himmels) wunderschöne Atmosphäre, die netten Häuser neben und abseits der Laufstrecke. Übereinstimmend stellten wir fest, dass Christine heute wirklich einen außergewöhnlich schönen Marathonlauf verpasste.

Fortsetzung folgt, aber jetzt muss ich erst einmal etwas schlafen...

25.1.10 00:06

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